Kamerun: Zwei Männer wegen Homosexualität verurteilt

In Kamerun sind zwei Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie schwul sind: In der Hauptstadt Yaoundé hat ein Gericht einen 19-Jährigen zu einem Jahr Haft und einen 48-Jährigen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein dritter Mann wurde freigesprochen.

Polizist hielt Mann für schwul, Haus wurde gestürmt

Der 48-Jährige und der nun freigesprochene Mann wurden bereits 2011 verhaftet: Nachdem ein Polizist den 48-Jährigen für schwul hielt, stürmte die Militärpolizei sein Haus. Dabei wurden Kondome und Gleitgel gefunden. Für die Behörden war dies ein Beweis für seine Homosexualität. Der 19-Jährige wurde später verhaftet, als er einen der beiden Männer im Gefängnis besuchte.

Der Anwalt der Männer erklärte, er werde gegen das Urteil Berufung einlegen. Es gebe „keinen Beweis, diese Männer wegen Homosexualität zu verurteilen“. Homosexualität wird in Kamerun mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

Folter in der Haft?

Mindestens einer der Männer musste sich auch einer Anal-Untersuchung unterziehen. Das gilt nach internationalen Standards als Folter. Amnesty International beklagt, das Strafrecht würde in Kamerun systematisch als „Waffe gegen Schwule, Lesben und Transgender“ missbraucht. Dafür gab es harsche Kritik aus den USA und von der EU. So wurde im letzten Jahr ein Mann verurteilt, der nur eine Liebes-SMS an einen anderen Mann geschrieben hatte.