‚profil‘: Was steckt wirklich hinter der ‚Schwulenlobby‘ im Vatikan?

Über die „Schwulen-Lobby“ im Vatikan berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner heute erscheinenden Ausgabe. Dazu hat ein im Vatikan tätiger Monsignore wenig Überraschendes aus seinem Leben erzählt: Sex zwischen Männern sei im Kirchenstaat durchaus geduldet, solange man diskret bleibt. Monsignore bevorzugt dazu den Schwulenstrand bei Capocotta.

Sex und Karriere statt politische Ziele

Papst Franziskus sorgte Anfang Juni für Aufregung, als er gegenüber lateinamerikanischen Ordensleuten die Existenz einer „Schwulen-Lobby“ im Vatikan behauptete. Doch auch, wenn es viele schwule Männer innerhalb der vatikanischen Mauern geben dürfte – ein gemeinsames politisches Ziel, wie es der „Lobby“ unterstellt wird – haben sie offenbar nicht.

Vielmehr soll es dabei ganz profan um Sex und Karriere gehen: Junge Geistliche werden von älteren hohen Würdenträgern protegiert – teils mit einer sexuellen Ebene, oft aber auch ohne. So werde man zum „pupillo“, was im Italienischen nicht nur Augapfel, sondern auch Mündel heißt. Es sei klar, dass „wie in jedem Netzwerk Leute auf Posten gebracht werden, nur weil sie die Liebhaber oder die Protegés von irgendjemandem sind, aber sonst nicht über die nötigen Qualitäten verfügen“, plaudert der Kirchenmann im „profil“ aus dem Nähkästchen.

Wie sehr wird Franziskus aufräumen?

Trotzdem sind die schwulen Geistlichen im Vatikan nach den Äußerungen von Franziskus alarmiert. Denn in dieser Hinsicht ist der neue Papst gleich konservativ wie der alte. Mit einem Unterschied: Franziskus ist ein Macher, bestätigt auch der Monsignore. „Der will hier grundsätzlich einiges verändern.“

Und als in Argentinien die Ehe im Jahr 2010 für Lesben und Schwule geöffnet wurde, nannte Franziskus, damals noch als Jorge Mario Bergoglio Erzbischof von Buenos Aires, diese Ehe-Öffnung einen Schachzug des Teufels, und rief gleichzeitig zu einem „Gotteskrieg“ auf.

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