[Video] Baltic Pride in Vilnius war erfolgreich

Durch massiven Polizeieinsatz konnten rund 500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und ihre Freunde in der litauischen Hauptstadt Vilnius eine erfolgreiche Lesben- und Schwulenparade feiern. 28 Gegendemonstranten wurden festgenommen.

Damit war die Parade erfolgreiche als jene, die 2010 in Vilnius stattfand. „Die Atmosphäre war friedlicher“, bestätigt auch eine Teilnehmerin. Damals kam es zu Kämpfen zwischen Polizisten und Gegendemonstranten, deren Zahl die der Teilnehmer überstieg.

Diesmal waren die Lesben und Schwulen aus dem Baltikum erheblich selbstbewusster. Denn Litauen hat zur Zeit die EU-Präsidentschaft inne, dem entsprechend wollte die Politik keinen Skandal provozieren. Auch, wenn der Bürgermeister zweimal die Genehmigung der Parade im Stadtzentrum verweigerte – das Verwaltungsgericht hob diese Bescheide auf.

Heftige Gegendemonstrationen, Polizist verletzt

Trotzdem gab es Gegendemonstrationen zur Baltic Pride: Am Rande der Parade kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, 28 Gegendemonstranten wurden verhaftet. Sie hatten Eier auf die Demonstranten geworfen und versucht, die Polizeibarrieren zu durchbrechen. Dabei wurde auch ein Polizist durch einen Faustschlag verletzt.

Die Gegendemonstranten verglichen unter anderem die EU mit der Sowjetunion. Andere Plakate zeigten ein durchgestrichenes Symbol für Analverkehr und dem Schriftzug „Stoppt Aids“.

Unter den Festgenommenen war auch der Parlamentsabgeordnete Peter Gražulis, der in einem skurrilen Schutzkustüm die Teilnehmer der Baltic Pride wiederholt beschimpft hat. Gražulis, der für die Partei „Ordnung und Gerechtigkeit“ im Parlament sitzt, kämpft für ein Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ in Litauen, ähnlich dem russischen Vorbild.