Ursula Stenzel: ‚ÖVP zu liberal, weil sie Homo-Ehe zugestimmt hat‘

Für Kopfschütteln sorgt Ursula Stenzel, umtriebige Bezirksvorsteherin des ersten Wiener Gemeindebezirks: Ihr ist die ÖVP zu liberal. Das zeige sich an der Zustimmung für die Eingetragene Partnerschaft.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ wird Stenzel gefragt, wie liberal die ÖVP ihrer Meinung nach sei. Die Antwort: „Zu liberal. Sie verschreckt dadurch zumindest viele Wähler.“ Auf die Nachfrage, wo die Volkspartei zu liberal sei, antwortet Stenzel: „Etwa damals durch die Zustimmung zur Eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle.“

Die ÖVP hätte in diesem Punkt „ihren Standpunkt klarer machen sollen“, man müsse nicht „darauf warten, dass die FPÖ die kirchlichen Positionen vertritt“, so Stenzel.

Dabei ist gerade die ÖVP jene Partei, die die Eingetragene Partnerschaft am heftigsten boykottiert. Die Liste der Gemeinheiten, die von der Volkspartei ins Gesetz reklamiert wurde, ist lang: Nachnamen statt Familiennamen, Bindestrich-Verbot bei gemeinsamem Nachnamen, Standesamt-Verbot oder Verbot der künstlichen Befruchtung für Lesben sind dabei nur einige Punkte.

Es ist nicht das erste Mal, dass Stenzel durch realitätsferne Forderungen auffällt: So wollte sie schon die Parks der Innenstadt für Nicht-Bewohner schließen lassen oder die beliebten Punschstände verbieten. Weiters kämpft sie gegen den nächtlichen Lärm von Lokalen im 1. Bezirk. 2011 kreierten DJs und Lokalbetreiber deshalb sogar ein Protestvideo. Bei der Wiener Wahl 2015 will Stenzel wieder antreten.