Homophobe Gewalt erschüttert Hamburg

Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es letzte Woche am Rande es Hamburger CSD zu mehreren Gewalttaten gegen Schwule und Transgender. Auch vor der Lesben- und Schwulenparade war es in der Hansestadt zu homophonen Gewalttaten gekommen.

Vorderzähle ausgebrochen, Schlüsselbein gebrochen

Im Stadtteil St. Georg wurde der 27-jähriger Peter M. brutal zusammengeschlagen, weil er von den Angreifern für schwul gehalten wurde. Wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet, ging der Mechatroniker am Tag des CSD gegen 1:30 Uhr durch den Lohmühlenpark. Ein Unbekannter fragt ihn ob er schwul sei. Peter M. antwortet: „Nein, ich habe eine Freundin.“ Was danach passiert ist, weiß er nicht mehr. Vier Stunden später findet ein Passant den bewusstlosen Mann und alarmiert Rettung und Polizei. Er wurde übel zugerichtet, hat noch immer die Sohlenabdrücke seiner Peiniger im Gesicht, vier Vorderzähne wurden ihm ausgeschlagen.

Auch Manuel G. wurde nach dem CSD in Hamburg das Opfer von Schlägern, als er mit einer lesbischen Freundin feierte. „Am Ballindamm überfielen mich plötzlich drei junge Männer. Angeblich hätte ich sie provoziert. Danach fehlt mir die Erinnerung.““, erinnert er sich in der „Morgenpost“. Die Angreifer brachen ihm die Augenhöhle, das Jochbein und das Schlüsselbein.

Auch Transfrau beleidigt und zusammengeschlagen worden

In den frühen Morgenstunden des 2. August ist außerdem eine 26-jährige Transfrau am Hans-Albers-Platz von unbekannten Männern beleidigt und zusammengeschlagen worden. Auch ihre Begleiterin wurde verletzt, berichtet das schwul-lesbische Newsportal „queer.de“.

Bereits vor dem CSD-Wochenende kam es in Hamburg zu homophoben Gewalttaten. Letzte Woche wurden die Schaufenster des „Magnus Hirschfeld Centrum“ (mhc) mit Pflastersteinen eingeschlagen. Am Sonntag hatte eine Gruppe junger Männer im Stadtpark gezielt schwule Männer beleidigt, geblendet und mit Elektroschockern bedroht.

Eine Fahndung der Polizei nach den Tätern verlief in allen Fällen bis jetzt erfolglos.

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