Lesben- und Schwulenverband als Trikotsponsor bei türkischem Fußballverein

Wenn man an schwulenfreundliche Umgebungen denkt, sind Fußball und türkische Männergruppen in der Liste meistens recht weit hinten. Der Berliner Fußballklub Türkiyemspor und der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) beweisen nun das Gegenteil: Der LSVD unterstützt als Trikotsponsor den Verein.

Türkiyemspor: Engagiert gegen Homophobie

Türkiyemspor ist bereits seit vielen Jahren einer der engagiertesten Fußballvereine in Deutschland, wenn es um den Kampf gegen Homophobie geht. Mit dem LSVD hat der Verein schon in vielen Projekten zusammengearbeitet. Nun gibt der Lesben- und Schwulenverein den Fußballern etwas zurück: Ab dem Saisonauftakt am Sonntag prangt das Logo des LSVD auf den Trikots der dritten Herrenmannschaft.

Mete Sener, Vorsitzender von Türkiyemspor, erklärte, er sei dem Lesben- und Schwulenverband für das Trikotsponsoring dankbar: Man werde „mit dem Logo ein gesellschaftliches Zeichen im sportlichen Alltag setzen“, verspricht der Vorsitzende. Probleme mit dem Sponsor innerhalb des Vereins gibt es nicht. Die Spieler würden das Logo des LSVD „mit großem Stolz […] auf der Brust“ tragen, so Sener weiter. Bis jetzt gebe es ausschließlich positive Reaktionen.

Verstärkte Nachfrage nach LSVD-Trikots

Für den Verein, der sich seit Sommer 2012 in Insolvenz befindet, könnte sich der Sponsor auch auf einer anderen Ebene auszahlen: Der LSVD hat eigenen Angaben zufolge bereits viele Anfragen bekommen, wo man die Türkiyemspor-Trikots mit dem LSVD-Logo kaufen könne. Diese Anfragen werden an den Verein weitergeleitet, dort sind die Stücke für etwa 30 Euro erhältlich.