Wentworth Miller: ‚Ich wollte mich umbringen‘

Auch für prominente Schwule war das Leben nicht immer einfach: „Prison Break“-Star Wentworth Miller hat nun gestanden: Vor seinem Coming Out hat er versucht, sich das Leben zu nehmen.

So hat Miller bei einem Dinner der schwul-lesbischen Bürgerrechtsorganisation „Human Rights Campaign“ ganz offen über seine Erfahrungen als Jugendlicher gesprochen. „Jeder Tag war eine Prüfung und es gab tausend Möglichkeiten durchzufallen. Tausend Wege, dich selbst zu betrügen. Nicht die Ansprüche anderer zu erfüllen. Nicht dem zu entsprechen, was akzeptabel, was normal ist“, erinnert sich der „Prison Break“-Star an seine Jugend.

„Ich wollte keine Hilfe, ich wollte raus“

Und er sprach auch ganz offen über seinen Versuch, sich umzubringen: „Ich war 15, als ich das erste Mal versucht habe, mich umzubringen. Ich war allein zu Hause und ich schluckte ein Fläschchen voll Pillen. Ich erinnere mich nicht mehr daran, was in den nächsten Tagen passierte. Ich weiß nur, dass ich Montag früh im Schulbus saß und so tat, als ob alles in Ordnung sei.“

Dass Wentworth Miller noch lebt, ist Glück: „Wenn mich jemand fragen würde, ob das ein Hilferuf war, würde ich nein sagen, weil ich es niemandem erzählt habe. Man ruft nur nach Hilfe, wenn es Hilfe gibt, nach der man rufen kann. Ich wollte raus“, gesteht der Hollywood-Star offen.

So wie Wentworth Miller geht es vielen Lesben und Schwulen: In Österreich wird fast jeder dritte Suizidversuch von einem homosexuell orientierten Menschen begangen. Um Jugendlichen zu helfen, wurde unter anderem die Initiative „It Gets Better“ gegründet, die unter dem Namen „Es wird besser“ auch einen Österreich-Ableger hat.

Wentworth Miller hatte sich im August öffentlich geoutet. Er hat die Einladung zu einem Filmfestival in St. Petersburg ausgeschlagen, weil Russland mit seinem Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ die Rechte von Lesben und Schwulen erheblich einschränkt.