Zeitungs-Poster wünschen Conchita Wurst den Tod

Seit bekannt wurde, dass Conchita Wurst Österreich dieses Jahr beim Song Contest repräsentieren wird, gibt es im Internet eine Welle der Ablehnung gegen die Diva. Recht präsent in den verschiedenen Foren sind dabei zutiefst schwulenfeindliche und menschenverachtende Meldungen.

Erst vor drei Tagen gegründet hat die Facebook-Gruppe „Nein zu Conchita Wurst beim Song Contest“ bereits fast 20.000 Mitglieder – inklusive einer Online-Petition. Damit hat die Seite in kürzester Zeit mehr Fans bekommen als die offizielle Facebook-Präsenz von Conchita Wurst.

„Eine Schande für Österreich“

Und die Fans dieser Gruppe nehmen sich kein Blatt vor den Mund. „Es soll nicht teilnehmen“, meint beispielsweise Tanja L. Es wäre eine „Schande, wenn sie oder er unser Österreich repräsentiert“, schreibt Brigitte A. Und Nevenka St. ist noch deutlicher: „Ich bin ja sehr tolerant, aber tötet es, bevor es Eier legt! Es kann nicht angehen, dass eine solche Person ein Land bei einer derartig großen Veranstaltung (…) repräsentiert.“

Und Maximilian M. will „keinen Cent mehr ORF-Gebühren“ zahlen, „damit die Schwuchtel singen kann“. Weiters wird Conchita Wurst auf dieser Facebook-Seite als „Tunte oder Posertranse“, „‚Frau‘ mit Spatzerl und Haaren im Gesicht“ oder „behaarte Bratwurst“ bezeichnet, die „eine Schande für Österreich“ sei. Als Gegenvorschlag für den Song Contest bringen einige der Gruppenmitglieder übrigens „Alkbottle“ ins Spiel…

„Wegsperren und nie mehr freilassen“

Noch direkter sind die Kommentare in den Online-Ausgaben diverser Tageszeitungen, wo man anonym posten kann. „Ich hoffe, dass ‚die, der, das‘ disqualifiziert wird, weil kein dementsprechendes Häusl zur Verfügung gestellt werden kann“, schreibt User „totalcrash“ auf „krone.at“. Und „wiegehteseuchheut“ ist der Meinung, man solle „diese Laune der Natur wegsperren und nie mehr freilassen“. User „snue34“ nennt Conchita Wurst eine „elendige Schwuchtel“, die eine „Schande für ganz Österreich“ wäre, und „faultier 69“ wirft den Verantwortlichen für diese Entscheidung Drogensucht vor.

Auf „oe24.at“, der Homepage der Tageszeitung „Österreich“, meint User „Kritisches_Auge“: „Niemand will diesen Zwitter ernsthaft zu einem Song Contest schicken“, und „WegmitderEU“ meint, „vielleicht haben wir Glück und der Flieger, in dem er/sie/es sitzen wird, stürzt ab!“.

Conchita Wurst will weiter für Toleranz kämpfen

Conchita Wurst hat sich mittlerweile ebenfalls über Facebook zu den Hass-Meldungen zu Wort gemeldet. Sie fragt: „Gibt es nicht wichtigere Dinge, in die man derart viel Energie stecken könnte? Nämlich für Menschen zu kämpfen, die täglich diskriminiert werden und nicht dagegen. Wie würde es euch gehen, wenn eure Freunde, Verwandten, Kinder, Kollegen usw. auf diese Weise beschimpft werden? Ich bin mir sicher, dass es in eurer näheren Umgebung ebenfalls Menschen gibt, die „anders“ sind. In diesem Sinne kämpfe ich weiterhin gegen Diskriminierung und für Toleranz.“