Geiseldrama in Nairobi: Zwei schwule Männer getötet

Die Geiselnahme in einem Einkaufszentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist zu Ende. Das sagte Präsident Uhuru Kenyatta in einer Fernsehansprache. Unter den bisher bestätigten 61 zivilen Opfern sollen auch mindestens zwei schwule Männer sein.

Ein Kommando der somalischen Al-Schabab-Miliz hatte am Samstag das Einkaufszentrum „Westgate“ überfallen, das bei reichen Kenianern und Ausländern beliebt ist. Dabei erschossen sie jeden, der nicht arabisch lesen konnte. Anschließend verschanzten sie sich in dem Gebäude und lieferten sich Gefechte mit den Sicherheitskräften.

Dabei stürzten auch mehrere Stockwerke des Einkaufszentrums ein. Beobachter rechnen deshalb, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen wird. Dutzende Menschen werden noch vermisst.

„Queere Community verlor zwei Mitglieder‘

Wie der kenianische Schwulenrechtsaktivist Denis Nzioka auf Facebook schrieb, dürften insgesamt drei schwule Männer während dem Angriff im Einkaufszentrum gewesen sein: „Mir wurde bestätigt, dass wir zwei Mitglieder der queeren Community – beides Männer – bei der Terroristen-Attacke im Westgate verloren haben. Da sie bei ihren Familien und Freunden nicht geoutet waren, kann ich ihre Namen nicht veröffentlichen, aber mein tiefstes Beileid an ihre Familien und die Familien der Opfer und hunderten Verletzten“, so Nzioka weiter. Die Initialen der Männer sollen CGK und EHM lauten.

Schicksal eines dritten Mannes ist ungewiss

Ein dritter Mann, den Nzioka als „J.J.“ bezeichnet, soll unter den Geiseln der Islamisten sein. Er konnte Kontakt zu seinen Freunden halten. Seine letzte Message lautete: „Zu dunkel, schalte Handy aus, Batterie fast leer“.

Sein Schicksal ist auch nach dem Ende des Geiseldramas ungewiss. Offenbar war er nicht unter den geretteten Geiseln, die vor dem gewaltsamen Ende der Geiselnahme gerettet werden konnten.