Home Allgemein Barilla-Chef: ‚Schwule sollen andere Pasta essen‘

Barilla-Chef: ‚Schwule sollen andere Pasta essen‘

„Wo Barilla ist, ist ein Zuhause“ – das ist der italienische Werbeslogan des Pasta-Konzerns. Viele schwule und lesbische Paare verzichten derzeit gerne auf diese Art von Zuhause.

Für eine Welle der Empörung sorgt derzeit Nudel-Titan Guido Barilla: Der Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen Pastafirma hat vorgestern in einem Radiointerview gemeint, er „würde nie ein homosexuelles Pärchen in seinen Werbungen“ einsetzen. Mittlerweile rudert er zurück.

Die Familie sei ihm „heilig“ und „weiterhin einer der fundamentalsten Werte unseres Unternehmens“. „Wenn den Schwulen das nicht gefällt, können sie gehen und eine andere Marke nehmen“, so der 55-jährige Barilla weiter.

Auch sei er gegen die Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare: „Ich habe keinen Respekt für die Adoption durch schwule Familien, weil das jemanden betrifft, der es sich nicht aussuchen kann“, so der Pasta-Zar. Er betonte aber auch, dass er abgesehen von dieser Frage Homosexuelle und Homo-Paare respektiere.

In vielen Ländern der Welt gab es daraufhin Boykott-Aufrufe: „Wir nehmen die Aufforderung, seine Pasta nicht zu essen, an“, sagte Aurelio Mancuso, Vorsitzender von „Equality Italia“. Auf Twitter vermehrte sich der Hashtag #boycottBarilla, wütende Lesben und Schwule pusteten Fotos, auf denen ihre weggeschmissene Barilla-Pasta zu sehen war.

Barilla entschuldigte sich noch gestern, „falls seine Aussagen Missverständnisse“ verursacht hätten „oder wenn ich jemanden angegriffen habe“. Er wollte in dem Interview nur „die zentrale Rolle der Frau in der Familie“ betonen, so Guido Barilla in einer Stellungnahme.

Der 1877 gegründete Konzern hat in Italien einen Marktanteil von 50 Prozent, ein Viertel der Pasta in den USA kommt ebenfalls von Barilla. Die Firma befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Der Jahresumsatz beträgt etwa vier Milliarden Euro. Zum Konzern gehört unter anderem auch die schwedische Knäckebrot-Marke „Wasa“.

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