Hollywood-Schauspieler haben Angst vor Coming Out

Schwule und lesbische Hollywood-Stars haben noch immer Angst vor Diskriminierung. Das geht aus einer Umfrage der Schauspielergewerkschaft „Screen Actors’ Guild“ hervor, die 160.000 Film- und Fernsehschauspieler vertritt.

Rund 5.900 Schauspieler haben die Umfrage beantwortet, 15 Prozent davon waren schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender. Das Ergebnis: Probleme gibt es meistens nicht mit den Kollegen, sondern mit anderen Berufen innerhalb der Branche.

Homophobe Kommentare an der Tagesordnung

So haben mehr als die Hälfte der schwulen und lesbischen Schauspieler bereits homophobe Kommentare am Drehort gehört, und ein Drittel glaubt, Castingleiter, Regisseure und Produzenten hätten Vorurteile.

Jeder fünfte schwule Mann, der die Umfrage beantwortete, hat eine Form der Diskriminierung schon am eigenen Leib erlebt, unter geouteten Schauspielern war dieser Anteil noch höher. Fast 10 Prozent der lesbischen Schauspielerinnen hat schon einmal einen Job nur deshalb nicht bekommen, weil sie das eigene Geschlecht liebt. Auch sind die Tagessätze von schwulen und lesbischen Schauspielern meist niedriger als die von Heterosexuellen.

Gewerkschaft will schwule und lesbische Schauspieler unterstützen

Es gibt allerdings auch positive Zahlen aus der Umfrage: 72 Prozent der schwulen und lesbischen Schauspieler meinen, ihr Coming Out hatte keine Auswirkungen auf ihre Karriere. Trotzdem ist das kein Grund, sich zurückzulehnen, meint Duncan Crabtree-Ireland, Geschäftsführer der Schauspielergewerkschaft: „Das Coming Out bleibt für viele Darsteller eine einschneidende Entscheidung mit Konsequenzen, und wir sind verpflichtet, unsere Mitglieder dabei zu unterstützen, im Berufs- und Privatleben ehrlich und authentisch zu leben“.