Bischof Overbeck fordert Neubewertung von Zölibat und Homosexualität

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck fordert die römisch-katholische Kirche auf, bei Zölibat und schwulen Priestern die Augen vor der Realität nicht zu verschließen.

Er wisse „sehr wohl, dass es Priester gibt, die ihr Zölibatsversprechen nicht halten, aber trotzdem einen guten Dienst tun und von den Menschen auch so akzeptiert werden“, so Overbeck in einem Interview für das Buch „Wie kurieren wir die Kirche?“ von Joachim Frank und Alfred Neven DuMont.

Vor allem brauche die Kirche aber glaubwürdige Priester, so Overbeck. „Ein Doppelleben ist unzumutbar – für die betroffenen Priester, aber auch für alle, mit denen sie zu tun haben“, ist sich der Ruhrbischof sicher.

Das betrifft aber nicht nur Priester, die in einer heimlichen heterosexuellen Beziehung leben. Der Klerus habe beim Thema Homosexualität „anzuerkennen, dass es sie gibt, und zwar häufiger, als viele es zugeben oder sich vorstellen wollen“. Allerdings bedeute „die Wahrnehmung der Realität nicht notwendig, daraus gleich Normen abzuleiten“, schränkt Overbeck ein.