Italien: Letta entsorgt elegant homophobe Staatssekretärin

Michaela Biancofiore, die als homophone Staatssekretärin für Chancengleichheit für Schlagzeilen sorgte, ist nun endgültig ihr Amt los. Premierminister Enrico Letta bestätigte, dass er das Rücktrittsschreiben der engen Berlusconi-Vertrauten angenommen habe. Den Rücktritt der übrigen Regierungsmitglieder aus den Reihen des Berlusconi-Lagers hatte Letta abgelehnt.

Polterte als zuständige Staatssekretärin gegen Homosexuelle

Die italienischstämmige Südtirolerin ist damit das einzige politische Opfer der aktuellen Regierungkrise in Italien. Zuletzt war sie noch Staatssekretärin für öffentliche Verwaltung. Den Zuständigkeit für Chancengleichheit musste sie nach einer homo- und transphoben Entgleisung zurücknehmen. So sagte sie unter anderem: „Es gibt nicht nur Heterosexualität, sondern auch eine andersartige Sexualität, die heute leider sehr verbreitet ist.“

Kurz nach ihrer Ernennung hatte sie sich klar gegen die Anerkennung von Homo-Ehen und gegen Transsexuelle geäußert. In einem Interview hat sie außerdem behauptet: „Die Schwulen isolieren sich und verteidigen ihre eigenen Interessen“. Daraufhin beschloss Letta, ihr die Zuständigkeit für Chancengleichheit zu entziehen.

Biancofiore bremste sich selbst aus

Nun ist der Premierminister die ungeliebte Politikerin ganz los geworden. Letzte Woche haben die Berlusconi-Minister und Biancofiore aus Solidarität mit ihrem Parteigründer Silvio Berlusconi ihren Rücktritt eingereicht. Letta hatte daraufhin die Rücktrittsschreiben der fünf Minister abgelehnt, nicht aber das von Biancofiore: „Die fünf Minister haben ihren Rücktritt zurückgenommen, Biancofiore nicht. Deswegen habe ich ihn angenommen“, erklärte der Premier in einem Fernsehinterview.

Die präsentiert sich unterdessen als schlechte Verliererin: „Er hätte mich zumindest per Telefon benachrichtigen können“, jammert die 43-Jährige jetzt über den Premier.