Proteste gegen Moskauball und russische Wirtschaftsgala in der Hofburg

Während in Russland Lesben und Schwule gesetzlichen Repressalien und Gewalt ausgesetzt sind, feiert die russische Wirtschaft am 24. Oktober fröhlich beim Moskauball und der Galanacht der Russischen Wirtschaft in der Wiener Hofburg.

Dagegen protestieren die Aktivisten der Aktion „To Russia With Love“, die sich für eine Aufhebung des umstrittenen „Anti-Propaganda-Gesetzes“ stark machen, mit einem friedlichen „Regenbogenprotest“. Sie wollen vor der Hofburg demonstrieren und so die Teilnehmer des Balls und der Gala bei ihrer Ankunft an die Situation in Russland aufmerksam machen.

„Hochrangige Vertreter“ auf Gäste- und Sponsorenliste

Für die Galanacht der Russischen Wirtschaft, die um 18.30 Uhr beginnt, werden über 500 Gäste erwartet, darunter „hochrangige Vertreter von Kultur, Politik und Wirtschaft beider Länder“ sowie Journalisten. Anschließend findet der Moskauball statt, bei dem mehr als 1000 Gäste erwartet werden. Sie haben mindestens 70 Euro pro Person für eine Flanierkarte gezahlt, Tischkarten sind erheblich teurer.

Zu den Sponsoren und Partnern der Veranstaltungen gehören unter anderem der russische Gasriese Gazprom, Siemens VAI, die Weinkellerei Lenz Moser, der Krankenhaus- und Thermenkonzern Vamed, die Cafékette Aida sowie der zur Erzdiözese Wien gehörende Sender „Radio Stephansdom“.

Wirtschaft geht vor Menschenrechten

Den Ehrenschutz für die Galanacht der Russischen Wirtschaft haben neben dem Botschafter Sergej J. Netschajew auch ÖVP-Spitzenpolitiker wie Reinhold Mitterlehner, Christoph Leitl oder Brigitte Jank übernommen. Für die SPÖ ist Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder unter den Unterstützern. Für den Moskauball hat neben Botschafter Netschajew auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl von der SPÖ den Ehrenschutz übernommen.

Treffpunkt für den Regenbogenprotest ist um 18.00 Uhr bei der Hofburg. Über Facebook haben sich bereits jetzt über 70 Teilnehmer angemeldet.

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