Fast jeder Zehnte junge Schwule in Serbien denkt an Selbstmord

Fast jeder zehnte junge Schwule in Serbien hat schon einmal daran gedacht, sich umzubringen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Psychiaterin Jelena Srdanović Maraš, die von EurActiv veröffentlicht wurde, hervor.

Demnach haben 9 Prozent der jungen Schwulen in Serbien Selbstmordgedanken, 4 Prozent haben sogar schon einen Plan entwickelt, wie sie sich das Leben nehmen wollen. Ganze 63 Prozent haben schon einmal über Selbstmord geredet, verglichen mit fast 24 Prozent bei Heterosexuellen.

Milan Djurić, der eine schwul-lesbische Hotline in Serbien leitet, kann diese Zahlen bestätigen: Er sagt, sass er „sehr oft“ entsprechende Anrufe bekommt. „Das sind Leute, die keinen Ausweg aus ihrer Situation sehen. Sie haben keine Alternative, keine Lösung“, sagt er dem britischen Newsportal „PinkNews“. Und er ergänzt: „Wenn sie keine Exit-Strategie haben, wie das Land zu verlassen, haben sehr viele Leute darüber nachgedacht.“

Prinzipiell ist Homosexualität in Serbien legal, von der Gesellschaft und der mächtigen orthodoxen Kirche aber geächtet. Auch dieses Jahr musste die Belgrade Pride aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.