Morgen Regenbogenprotest vor der Wiener Hofburg

Die Vorbereitungen für den Regenbogenprotest, der morgen vor der Wiener Hofburg stattfindet, laufen auf Hochtouren: Mit der Demonstration sollen die Besucher eines russischen Galaabends und des Moskau-Balls auf die Menschenrechtsverletzungen in jenem Land, das sich an diesem Abend so schillernd präsentiert, hingewiesen werden.

Österreichische Community unterstützt Lesben und Schwule in Russland

Der Protest hat in der Community hohen Rückhalt: 16 schwul-lesbische Organisationen aus ganz Österreich unterstützen den Regenbogenprotest. Auf Facebook haben bereits fast 250 Menschen angekündigt, auf jeden Fall an der Demonstration teilnehmen zu wollen.

Die Protestaktion beginnt um 18.00 Uhr vor der Hofburg. Sie soll ein starkes Zeichen der österreichischen Community gegen die Trans- und Homophobie in Russland sein. Durch Gesetze wie das bereits erlassene Verbot von „Homo-Propaganda“ und der geplante Entzug des Sorgerechts für homosexuelle Elternteile ist die Situation von Lesben, Schwulen und Transgendern in Russland besonders prekär.

Draußen Protest für Menschenrechte, drinnen Wodka, Champagner und Kaviar

Den Gästen der prunkvollen Veranstaltungen ist das wahrscheinlich egal. Für die Galanacht der Russischen Wirtschaft werden über 500 Gäste erwartet, darunter „hochrangige Vertreter von Kultur, Politik und Wirtschaft beider Länder“. Beim anschließenden Moskauball werden mehr als 1000 Gäste erwartet. Sie haben mindestens 70 Euro pro Person für eine Flanierkarte gezahlt, Tischkarten sind erheblich teurer.

Sponsoren und Partner der beiden Veranstaltungen sind unter anderem der russische Gasriese Gazprom, Siemens VAI, die Weinkellerei Lenz Moser, der Krankenhaus- und Thermenkonzern Vamed, die Cafékette Aida sowie der zur Erzdiözese Wien gehörende Sender „Radio Stephansdom“. Ihnen allen sind gute Geschäfte offenbar wichtiger als Menschenrechte in dem Land, in dem sie investieren.

Treibende Kraft hinter dem Regenbogenprotest ist die Aktion „ToRussiaWithLoveAustria“, die Gerd Picher von der Aids-Hilfe Wien aus Dänemark mitgebracht hat. Für alle, die nicht am Regenbogenprotest teilnehmen können, gibt es auch eine Foto-Solidaritätsaktion: Einfach das Logo von der Facebook-Seite der Aktion herunterladen, ausdrucken, ein Foto damit machen und dann auf die Facebook-Seite von „ToRussiaWithLoveAustria“ hochladen.

Links zum Thema