Schläger lauerten Paradenteilnehmer in Montenegro zu Hause auf

Während der ersten Lesben- und Schwulenparade in Montenegro hatten Gegendemonstranten wegen der massiven Polizeipräsenz keine Chance, die Teilnehmer zu verprügeln. Doch auch zwei Tage danach müssen engagierte Lesben und Schwule in dem Balkanstaat um ihre Sicherheit bangen.

Wie jetzt bekannt wurde, ist ein 18-jähriger Teilnehmer der Parade in der Hauptstadt Podgorica Montagabend vor seinem Wohnhaus verprügelt worden. Medien berichten, dass der Mann gegen 22.00 Uhr von etwa 20 Jugendlichen angegriffen wurde. Er kam Polizeiangaben zufolge mit leichten Verletzungen davon.

Montenegro wurde durch Parade „entehrt“, sagt Kirchenführer

Bestärkt werden die Schläger unter anderem von Personen wie dem serbisch-orthodoxen Metropolit in Montenegro, Amfilohije. Er hat die Parade, die am Sonntag in Podgorica stattgefunden hat, scharf kritisiert. Sie habe die Bürger Montenegros „entehrt“. In einer „ehrlose Position“ war auch die Polizei, welche die Paradenteilnehmer schützen musste, meinte Amfilohije.

Allerdings distanzierte sich der Metropolit zumindest offiziell von den gewalttätigen Ausbrüchen am Rande der Demonstration. Weder die „Kirche noch das Volk“ hätten das Recht darauf, so Amfilohije.

An der ersten Pride Parade in der montenegrinischen Hauptstadt nahmen am Sonntag etwa 150 Personen teil. Sie mussten von rund 2.000 Polizisten geschützt werden. Bei Krawallen am Rande der Parade wurden etwa 20 Polizisten verletzt, die Teilnehmer konnten zumindest während der Veranstaltung geschützt werden.