Neonazis folterten jungen Schwulen: Lebenslange Haft

Im März 2012 ist der 24-jährige Daniel Zamudio in Chile von Neonazis zu Tode gefoltert worden. Drei Wochen dauerte sein Todeskampf im künstlichen Koma. Nun hat das Gericht harte Strafen gegen die Täter verhängt.

Zamudio wurde von den Neonazis gejagt und so stark verprügelt, dass er bei der Einlieferung ins Krankenhaus so schwere Kopfverletzungen hatte, dass er an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden musste. Auf die Brust haben die Täter dem jungen Burschen ein Hakenkreuz geritzt.

Gestern, Montag, hat das IV. Tributnal in Santiago den Hauptangeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Mittäter müssen 15 Jahre hinter Gitter. Ein vierter Täter, der mit der Polizei zusammengearbeitet hat, muss für sieben Jahre ins Gefängnis.

“Das ist eine gerechte und beispielhafte Strafe. Die Mörder meines Sohnes sollen im Gefängnis verrotten”, ist Iván Zamudio, Vater des Opfers, mit dem Urteil zufrieden.

Der Tod von Zamudio hat ganz Chile bewegt. Er führte auch dazu, dass ein lange auf Eis gelegtes Antidiskriminierungs-Gesetz verabschiedet wurde, dass Hass-Verbrechen härter bestraft.

Doch die Gewalt gegen junge Schwule in Chile nimmt kein Ende: Erst vor wenigen Tagen wurde ein 21-Jähriger wegen seiner sexuellen Orientierung von drei Männern ins Koma geschlagen.