Gabriele Rothuber erste Intersex-Beauftragte in Österreich

Premiere bei der HOSI Salzburg: Zum ersten Mal gibt es in Österreich eine Intersex-Beauftragte. Diese Aufgabe übernimmt Gabriele Rothuber. Die diplomierte Sexualpädagogin verfügt über langjährige Erfahrung bei Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen sowie in der sexuellen Bildung.

Rothuber wird die psychosoziale Beratung der HOSI Salzburg für Betroffene und Angehörige von Intersexpersonen aufbauen und absolviert derzeit die Ausbildung zur Traumafachberaterin. Sie sieht vor allem Handlungsbedarf in der öffentlichen Bewusstseinsbildung, dem Gesundheitssektor und der Politik.

„Es geht um kosmetische, normangleichende Operationen im Kleinkindalter ohne jegliche medizinische Notwendigkeit und ohne die Einwilligung der Betroffenen, die bei den meisten lebenslange physische und psychische Probleme mit sich bringen. Wir treten daher verstärkt in den Austausch mit medizinischem Personal, GeburtshelferInnen und Pflegekräften“, so Rothuber.

Das Thema Intersexualität betrifft ein bis zwei von 1000 Neugeborenen. Sie sind nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen. In Salzburg sind das fünf bis zehn Kinder pro Jahr. Allerdings gibt es in Österreich kaum Anlaufstellen für Intersex-Personen und ihre Angehörigen.

„Das medizinische Personal und PädagogInnen weisen oft nicht die angemessene Sensibilität oder das Fachwissen darüber auf. Also mussten wir eine Plattform und Kontaktstelle schaffen“, erklärt die frischgebackene Intersex-Beauftragte der HOSI Salzburg.

Dabei arbeitet Rothuber unter anderem mit der Universität Salzburg, Gend Up und der ÖH der Uni Salzburg zusammen. Erstes sichtbares Zeichen wird eine Konferenz zum Intersex Solidarity Day am 8. November sein. Experten und Betroffene aus ganz Österreich werden zum ersten Mal miteinander in dieser Form diskutieren und sich austauschen.

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