Geht Barilla auf Lesben und Schwule zu?

Dürfen wir wieder mit ruhigem Gewissen Barilla-Pasta essen, oder will der italienische Nudelriese die Community nur beruhigen? Barilla hat eine neue Kommunikationsstrategie angekündigt, in der „vielfältige Lebensweisen“ stärker berücksichtigt werden sollen.

Firmenchef Guido Barilla hat Ende September für Empörung gesorgt, als er Schwulen und Lesben in einem Radiointerview empfohlen hatte, doch andere Pasta zu essen – seine Marke stehe für die traditionelle Familie. Proteste, vor allem in den USA und über soziale Netzwerke, haben dazu geführt, dass sich Barilla mit Vertretern italienischer Lesben- und Schwulenorganisationen getroffen hat.

Nun will der Familienbetrieb im nächsten Jahr einen weltweiten Online-Wettbewerb zum Thema Vielfalt ausschreiben. User sollen Kurzfilme einreichen können, unter den beliebtesten Filmen im Netz wählt dann eine Jury einen Sieger. Außerdem wurde ein „Diversity & Inclusion Board“ innerhalb der Firma eingerichtet.

In dieser Gruppe sitzen unter anderem der Lesben- und Schwulenaktivist David Mixner sowie der ehemalige Rennfahrer Alex Zanardi, der eine Gold-Medaille bei den Paralympischen Spielen gewann. Die Brasilianerin Talita Erickson wurde von Barilla zum Chief Diversity Officer ernannt.

Außerdem arbeitet Barilla zukünftig mit der US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign (HRC) zusammen. HRC hat den Corporate Equality Index entwickelt, der ein Barometer ist, wieweit einzelne Firmen die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender wahren.

Guido Barilla selbst hat zu den Änderungen der Firmenstrategie noch keine Stellung genommen.