Russischer Neonazi, der Schwule jagt, ist auf der Flucht

Maxim Martsinkewisch, der als Kopf der russischen Neonazi-Gruppen „Occupy Perophilyai“ dutzende Schwule gedemütigt und verprügelt hat, bekommt Ärger mit den Behörden. Der 29-Jährige hat gestern im Internet mitgeteilt, dass er Russland verlassen hat – „ein dringender Urlaub“, um Ermittlungen wegen „Extremismus“ zu entkommen.

Das von Martsinkewisch gegründete Online-Netzwerk hat in ganz Russland Schwule zunächst auf Dating-Plattformen in Fallen gelockt und dann gedemütigt, geschlagen, den ganzen Vorfall gefilmt und ins Internet gestellt.

Die Ermittlungen dürften mit einem Video zu tun haben, das er letztes Monat in der Ukraine aufgenommen hat. Dabei ist ihm ein schwuler Mann aus dem Irak in die Falle gegangen, er hat gefilmt, wie er ihn erniedrigt und geschlagen hat. Das 20 Minuten lange Video hat er ins Internet gestellt. Darauf ist zu sehen, wie er ihn schlägt, den Kopf rasiert, einen Regenbogen auf den Kopf und einen Davidstern auf die Brust malt. Dann zwingt er ihn zu „gestehen“, Sex mit einem 15-Jährigen gehabt zu haben.

Nun hat Martsinkewisch Post von den Behörden bekommen: Experten des Russischen Instituts für Ethnologie und Anthropologie hätten festgestellt, dass das Video „Elemente von rassistischen und ethnischen Feindseligkeiten und Hass“ enthalte, und zwar „gegen die sozialen Gruppen ‚Pädophile’ und ‚Irakische Schwule’“.

Der Neonazi hat den Brief der Behörden auf seine Website gestellt. Die wollen ihm nur wegen dem Video ans Leder – nicht wegen dem Vorfall selbst. Hätte Martsinkewisch seine Taten also nicht selbstverliebt ins Internet gestellt, wäre er nie behelligt worden.

Nun ist er aus Russland geflüchtet, um den Behörden zu entgehen. Auf seiner Homepage postet er ausgerechnet ein Foto aus Thailand. Dort sonnt er sich am Strand. Und Pädophile, die er dort jagen könnte, dürfte es auch geben – stellt sich nur die Frage, ob die thailändischen Behörden auch so lange brauchen, bis sie reagieren.