Beenie Man sorgt bei Deutschland-Tour für Unruhe

In Berlin sorgt der Auftritt eines „Hass-Sängers“ aus Jamaika für Aufregung: Beenie Man, der in seinen Texten dazu aufruft, Schwule zu töten, soll heute in einem Reggae-Club auftreten. Ein für Montag geplantes Konzert in Hamburg wurde abgesagt. Besonders befremdlich: Der Club, in dem Beenie Man auftreten soll, hat sich dieses Jahr noch am „Tag gegen Homophobie“ beteiligt.

Der Deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat bereits Anfang November die Polizei eingeschaltet. In einem offenen Brief hat der LSVD den Polizeipräsidenten gebeten, „dafür Sorge zu tragen, dass die menschenverachtenden Lieder nicht zur Aufführung kommen und dass der Interpret auf der Bühne keine Aussagen macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen“.

Nun hat das Landeskriminalamt Berlin mit dem Veranstalter YAAM ein „Sensibilisierungsgespräch“ geführt. Der Club hat zugestimmt, dass Beenie Man „entsprechend belehrt wird“ und eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreibt, in der er auf das „Vortragen strafrechtlich relevanter Inhalte“ verzichtet.

Beenie Man hat zwar den „Reggae Compassionate Act“ unterschrieben, in dem er sich verpflichtet, nicht mehr gegen Lesben und Schwule zu hetzen – allerdings hat er diese Selbstverpflichtung bereits mehrfach verletzt. In seinem Song „Dream“ singt er beispielsweise, er träume von einem neuen Jamaika, in dem „alle Schwulen exekutiert“ werden.

Dem entsprechend ist der LSVD auch verwundert, dass das YAAM, das im Mai noch Teil des „Tags gegen Homophobie“ war, einem solchen Künstler eine Plattform bietet.

Ein Konzert von Beenie Man im Waagenbau in Hamburg am Montag wurde abgesagt, nachdem die Veranstalter recherchiert haben. Auf Facebook schreiben sie, sie seien zunächst davon ausgegangen, dass sich der Sänger von seiner Hass-Texten distanziert habe. Nun sei man aber der Meinung, diese Distanzierung sei nicht mehr glaubwürdig – man fordere auch alle anderen Clubs im Rahmen dieser Tour auf, diesem Beispiel zu folgen.