Hass-Sänger in Wien: Beenie Man tritt im ‚Reigen‘ auf

Der jamaikanische Sänger Beenie Man, der in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufruft, tritt auch in Wien auf: Für 25. November ist ein Konzert in Wien geplant.

Seine letzten Konzerte in Deutschland sind nicht reibungslos über die Bühne gegangen: In Berlin musste der Künstler eine Erklärung unterschreiben, dass er auf das „Vortragen strafrechtlich relevanter Inhalte“ verzichtet. Der Auftritt in Hamburg wurde abgesagt, nachdem die Veranstalter erfahren haben, dass Beenie Man weiterhin gegen Lesben und Schwule hetzt.

So hat er zwar den „Reggae Compassionate Act“ unterschrieben, eine Selbstverpflichtung der Szene, auf homophobe Texte zu verzichten – doch eingehalten hat er dieses Abkommen nie. Und so singt er weiter Songs wie „Dream“, in dem er von einem neuen Jamaika träumt, in dem „alle Schwulen exekutiert“ werden.

Facebook-Werbung und Freikarten

Der Waagenbau in Hamburg, wo Beenie Man ursprünglich auftreten sollte, hat das Konzert deshalb abgeblasen – und alle anderen Clubs im Rahmen der Tour aufgefordert, das auch zu tun. Die Wiener Veranstalter lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Sie bewerben die Veranstaltung nach wie vor auf Facebook und verlosen sogar Freikarten.

Eine der beiden Vorverkaufsstellen für das Dancehall-Event, dessen Höhepunkt der Auftritt des Hass-Sängers ist, ist übrigens die „Wien Xtra Jugendinfo“ – eine Einrichtung der Stadt Wien. Hier hat GGG.at eine Stellungnahme angefragt.

Konzerte von Hass-Sängern konnten in den letzten Jahren in Wien ohne größere Probleme stattfinden. Gegen ein Konzert von Sizzla, das im März 2012 ebenfalls im Reigen stattgefunden hat, hat der Grüne Bundesrat Marco Schreuder protestiert. Der Veranstalter hat sich damals explizit von den schwulenfeindlichen Songs distanziert und den Künstler aufgefordert, ebenfalls eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

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