Doch keine Ehe-Öffnung in Sydney

Denkbar knapp ging die Abstimmung für eine Öffnung der Ehe im australischen Bundesstaat New South Wales aus: Der Antrag wurde nach zweitägiger Debatte mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt.

So hat der Rechtsausschuss des Regionalparlaments mit 21 zu 19 Stimmen gegen den Gesetzesentwurf entschieden. Dieser war von Abgeordneten mehrerer Parteien eingebracht worden, nachdem klar war, dass das australische Höchstgericht ein solches Gesetz nicht aufheben könne.

Doch in letzter Minute bekam der Premierminister des Bundesstaates kalte Füße: Barry O’Farrell, der zuvor das Gesetz unterstützt hatte, zog diese Unterstützung wieder zurück. Er sei der Meinung, dass die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule bundesweit geregelt werden müsse.

Die Debatte wurde sehr emotional geführt. Heather Westwood von der Labour Party las einen Brief vor, den ein Barbesitzer in Sydney geschrieben hatte: „Kein normal denkender Australier möchte von Schwuchteln hören, die heiraten wollen. Die Ehe ist nichts für Schwuchteln und lesbische Schlampen“, begann der Brief. Während sie ihn vorlas, kamen ihr die Tränen. Abgeordnete aller Fraktionen bestärkten sie. Dann machte sie klar: „Schwul oder lesbisch zu sein ist normal, es ist natürlich, keine Entscheidung. Es ist die Diskriminierung, die unnatürlich ist“.