USA: Erneut Baby von HIV geheilt?

In den USA verdichten sich die Anzeichen, dass es Ärzten gelungen sein könnte, ein Kind von einer HIV-Infektion zu heilen.

„Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass die Besserung des Gesundheitszustandes des Kindes nicht bloß Glück war, sondern das Ergebniss einer aggressiven und sehr frühen Therapie, die den Virus davon abgehalten haben könnte, in die Immunzellen des Kindes einzudringen“, sagt Deborah Persaud, Virologin mit Schwerpunkt HIV bei Kindern im John Hopkins Children’s Center.

Die Mutter des Babys war bereits HIV-positiv, und die Ärzte begannen mit der Behandlung 30 Stunden nach der Geburt. Tests zeigten, dass die Therapie anschlug. 29 Tage nach der Geburt war der Virus in dem Baby nicht mehr nachweisbar. Trotzdem wurde die Therapie fortgesetzt, bis das Kind 18 Monate alt war. Dann hat die Mutter die Therapie abgebrochen. Zehn Monate später war der Virus noch immer nicht im Blut nachweisbar.

Das deutet darauf hin, dass HIV-infizierte Kinder virusfrei werden könnten, wenn sie innerhalb weniger Stunden oder Tage mit der Therapie beginnen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch Forscher in Mississippi. Dort wurde ein dreijähriges Kind offiziell als „funktionell geheilt“ eingestuft. Auch hier war bereits außerordentlich früh mit der Therapie begonnen worden.

Damit würde es – gemeinsam mit dem „Berlin-Patienten“ bereits drei Menschen geben, die offenbar von ihrer HIV-Infektion geheilt wurden. In den USA will man nun die frühe Behandlung von HIV-positiven Neugeborenen in einer groß angelegten Studie testen.