Stronach-Klubchefin Nachbaur für Homo-Ehe, wenn sie nicht Ehe heißt

Weiter nicht ganz klar ist die Position des Team Stronach zur Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ ist Klubobfrau Kathrin Nachbaur gleichen Rechten für homosexuellen Paaren nicht abgeneigt, solange diese nicht „Ehe“ heißen.

Weiters verteidigte Nachbaur die Aussagen des Stronach-Abgeordneten Marcus Franz. Dieser hatte Homosexualität in einem Interview mit dem „profil“ als „amoralisch“ bezeichnet. Für Nachbaur ist das in Ordnung: Franz habe „sich nicht negativ darüber geäußert, sondern festgestellt, dass das in einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht Standard ist“. Sie räumte lediglich ein, das Zitat wäre „unglücklich“ herübergekommen.

Kathrin Nachbaur erklärte, sie selbst sei „sehr offen, was die Gleichbehandlung angeht“. Gleiche Rechte für gleich viel Liebe sei für sie denkbar – „ich würde sie aber nicht Ehe nennen“, so die Stronach-Klubobfrau. Auf die Nachfrage, ob es sich dabei dann nicht mehr oder weniger um die Eingetragene Partnerschaft handle, die es jetzt schon gibt, meine Nachbaur: „Ja, ich glaube, das ist eine gute Lösung“. Von einer Öffnung des Adoptionsrechts sei sie „noch nicht ganz überzeugt“.

Das Team Stronach hat zur Frage, ob die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet werden soll, keine eigene Meinung. „Wir möchten in Gewissensfragen keine Linie vorgeben“, erklärt Nachbaur der „Presse“ dazu. Ihr Parteichef Frank Stronach hat in einem ORF-Interview hingegen gemeint, er habe mit der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare kein Problem.