Beenie Man: Keine homophoben Texte bei Wien-Konzert

Der homophobe Dancehall-Künstler Beenie Man wird bei seinem Konzert am 25. November im Wiener „Reigen“ keine schwulenfeindlichen Lieder singen. Das hat er dem Veranstalter schriftlich garantiert.

Die Berichterstattung über das Beenie Man Konzert auf GGG.at schlug große Wellen: Die stadtnahe wienXtra Jugendinfo stellte wegen den Mordaufrufen in den Liedern des Künstlers den Karten-Vorverkauf ein, der offen schwule Bundesrat Marco Schreuder kontaktierte die Veranstalter.

Bei diesen stieß er auf offene Ohren, was die Problematik der schwulenhassenden Texte von Beenie Man betrifft. So musste Beenie Man eine Erklärung unterzeichnen, dass er im Konzert für Toleranz und Verständnis eintritt. Eine explizite Thematisierung jener Passagen, in denen er Schwulen den Tod wünscht, gibt es in der Erklärung nicht.

Gegenüber Schreuder erklärt der Veranstalter: „Die Achtung der Menschenrechte hat für uns oberste Priorität. So sehr die Themen Liebe und Respekt auch Teile der Dancehall-Kultur darstellen, wurden Lesben und Schwule in der Vergangenheit nicht nur vergessen, sondern von einigen Artists ausgeschlossen. Das ist definitiv nicht in unserem Sinne! Wir freuen uns daher, beim bevorstehenden Konzert im Reigen, ausdrücklich jede/n Besucher/in herzlich willkommen zu heissen, ungeachtet von Herkunft oder sexueller Orientierung.“

Damit ist zumindest in Wien das Problem mit Beenie Man entschärft – auch wenn dieser in der Vergangenheit wiederholt zu den problematischen Texten gestanden ist. Erklärungen wie jene vor dem Wien-Konzert oder auch den „Reggae Compassionate Act“, den er ebenfalls unterzeichnet hat, bezeichnete er offen als Zugeständnis an westliche Veranstalter, um ungestört auftreten zu können. Seine homophoben Ansichten hat er auch danach offen geäußert – unter anderem in Uganda, wo Schwulen zukünftig die Todesstrafe drohen soll.

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