IOC-Präsident empfängt russische Lesben- und Schwulenvertreter

Die russische Lesben- und Schwulenbewegung fordert Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zum Handeln auf. Grund ist das umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ in Russland. In wenigen Wochen finden im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele statt.

Nun hat Bach in Paris einige russische Lesben- und Schwulenaktivisten getroffen. Diese hätten den IOC-Präsidenten gebeten, „eine unabhängige Untersuchung über die rechtlichen Auswirkungen der schwulen- und lesbenfeindlichen Gesetze in Russland während der Olympischen Spiele zu initiieren“.

Wie die internationale LGBT-Gruppe „AllOut“ berichtet, habe Bach eine Liste mit konkreten Fragen über die Auswirkungen der entsprechenden Gesetze bekommen. „Das IOC wird später verkünden, ob diese Ermittlungen stattfinden oder nicht“, so AllOut.

Eine inhaltliche Stellungnahme des IOC zu dem Thema gibt es noch nicht. Lediglich ein „konstruktives Treffen“ wurde von einem Vertreter des Komitees bestätigt.

„Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass es kein klares Statement oder irgendeine Aktion von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees gibt“, so russische Lesben- und Schwulenvertreter. Jedes Mitglied der Olympischen Familie solle sich „vor einer Regierung hüten, die für die Rechte homosexueller Menschen nicht garantiert“. Dass Präsident Wladimir Putin erklärt habe, dass schwule und lesbische Athleten in Sotschi nicht diskriminiert werden würden, sei „irrelevant“, so die Aktivisten weiter.

Putin hatte Ende Juni das international umstrittene Gesetz unterschrieben. Es sieht hohe Strafen für sichtbare Zeichen von Homosexualität vor, wenn Kinder oder Jugendliche sie sehen könnten – was praktisch die gesamte Öffentlichkeit oder große Teile der Presse betrifft. Trotzdem behauptet Putin, das Gesetz sei nicht zur Ausgrenzung von „Menschen mit nicht-traditioneller Orientierung” verabschiedet worden. „Es geht dabei nur um den Schutz Minderjähriger vor öffentlicher Propaganda durch nicht traditionell orientierte Menschen”, so der Präsident.