Keine Torte für schwules Ehepaar: Haft für Konditor?

Weil er sich aus religiösen Gründen geweigert hat, eine Hochzeitstorte für ein schwules Paar zu backen, könnte ein Konditor in Denver nun für ein Jahr hinter Gitter wandern.

Mit den Grenzen zwischen Diskriminierung und religiöser Überzeugung muss sich nun ein Gericht im US-Bundesstaat Colorado beschäftigen. Jack Phillips, Chef des Masterpiece Cakeshop in Denver, hat sich im Sommer 2012 geweigert, eine Hochzeitstorte für David Mullins und Charlie Craig zu backen. Dabei hat er sich auf seine christliche Überzeugung berufen.

Das Ehepaar hat eine Beschwerde wegen Diskriminierung eingereicht, die Bürgerrechtsorganisation „American Civil Libertins Union“ schließlich geklagt. Am Mittwoch gab es die erste Anhörung vor Gericht.

„Sein Glauben gibt ihm nicht das Recht, andere Menschen zu diskriminieren – ganz egal, was dieser über gleichgeschlechtliche Paare oder über die Bedeutung von Hochzeitstorten zu sagen hat“, so Bürgerrechts-Anwältin Amanda Goad vor Gericht. Phillips Rechtsanwältin Nicolle Marin entgegnet: Ihr Mandant könne nicht gezwungen werden, im Geschäftsleben seinen Glauben zu ignorieren. Sollte das Gericht gegen den Konditor entscheiden, droht ihm im Extremfall bis zu einem Jahr Haft. Nämlich dann, wenn er sich weigert, auch weiterhin Hochzeitstorten für gleichgeschlechtliche Paare zu machen.