Auch Hollande schwänzt Putins Olympia-Eröffnung

Es ist die nächste peinliche Niederlage für den russischen Präsidenten Wladimir Putin: Auch der französische Präsident François Hollande wird nicht zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi fahren. Außenminister Laurent Fabius wird der Feier ebenfalls fernbleiben, erklärte Fabius am Sonntag im französischen Radio.

Fabius sagte weiter, er erwarte nicht, dass hochrangige französische Politiker nach Sotschi reisen. Er wünsche aber „den Spielen viel Erfolg“. Einen Grund für die Absage gab Fabius nicht an. Allgemein wird aber angenommen, dass Menschenrechtsverletzungen in Russland und die Einmischung in innere Angelegenheiten in Nachbarstaaten wie der Ukraine von westeuropäischen Politikern nicht goutiert werden. Zu den am meisten kritisierten Verletzungen der Menschenrechte gehört das „Anti-Propaganda-Gesetz“, das im Spätsommer in Kraft getreten ist und jede positive Äußerung über Homosexualität unter Strafe verbietet, wenn Minderjährige anwesend sein könnten.

Damit steigt die Zahl der Spitzenpolitiker, die Putins Spiele boykottieren: Erst letzte Woche wurde bekannt, dass der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nicht nach Sotschi reist. Auch EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat über Twitter bekanntgegeben „mit Sicherheit nicht nach Sotschi“ zu reisen, „solange Minderheiten weiter auf diese Weise unter der gegenwärtigen Gesetzgebung behandelt werden“. Eine Stellungnahme österreichischer Politiker wird für die nächsten Tage erwartet.