Moskauer Schwulenclub bittet Putin um Hilfe

Lesben und Schwule sind in Russland immer mehr Schikanen ausgesetzt. Nach einigen gewaltsamen Übergriffen hat sich der Betreiber einer der größten Discos in Moskau zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Er hat Präsident Wladimir Putin um Schutz gebeten.

Der Club „Central Station“ war in den letzten Wochen immer wieder Schauplatz homophober Gewalt: Schläger vor der Türe, Tränengas auf der Tanzfläche – all das mussten die Gäste und das Personal ertragen. Letzter Akt der Gewalt: Rund 100 Rowdys haben das Dach zerstört und elektronische Geräte gestohlen.

Nun reicht es Andrej Lischtschinski, dem Besitzer der „Central Station“. In einem offenen Brief bittet er Präsident Wladimir Putin um Hilfe. Denn dieser habe in Reden mehrmals die Rechte sexueller Minderheiten in Russland betont – und so kann der Staatschef seinen Worten auch Taten folgen lassen.

Denn in seinem offenen Brief wirft Lischtschinski der Polizei vor, sie sei untätig gewesen. Das sei der Höhepunkt der Hassattacken gegen den Club gewesen, so der Besitzer. Die Hintergründe der Taten sind nicht bekannt. Angeblich möchte der Eigentümer der Location, die russische Staatsbahn, den erfolgreichen Schwulenclub mit solchen Aktionen hinausekeln. Eine Reaktion aus der Präsidentschaftskanzlei gibt es noch nicht.