Verprügelt und ausgenommen – große Liebe aus Uganda war hetero

Ein ungewöhnlicher Fall wurde am Amtsgericht Duisburg verhandelt: Ein 31-jähriger Mann aus Uganda stand vor Gericht, weil er seinen 39-jährigen Lebenspartner verprügelt und ihm sein Geld abgenommen war – nachdem dieser bemerkt hatte, dass sein Mann gar nicht schwul war.

Für den Duisburger war es offenbar die große Liebe: Die beiden Männer lernten sich im Internet kennen und – zumindest einseitig – auch lieben. Irgendwann gingen die beiden auch eine Lebenspartnerschaft ein, zogen gemeinsam in eine Wohnung in den Duisburger Süden. Der 39-Jährige griff seinem Partner finanziell unter die Arme, damit dieser seine Familie in Uganda unterstützen konnte.

„Doch dem Zeugen blieb nicht verborgen, dass mein Mandant Beziehungen zu Frauen hatte und gelegentlich auch Bordelle aufsuchte“, so der Anwalt des Mannes. Schließlich kam die Wahrheit ans Licht: Der 31-Jährige war gar nicht schwul. Tief gekränkt wollte der Deutsche nichts mehr für seinen Partner zahlen. Das nahm dieser nicht hin: Drei Mal setzte es für den enttäuschten Lover auch noch Ohrfeigen, dabei presste der Afrikaner seinem Noch-Lebenspartner auch einen vierstelligen Betrag ab.

So landete der Mann auf der Anklagebank des Amtsgerichts Duisburg: Die Anklage lautete auf dreifache Körperverletzung und räuberische Erpressung. Um eine langwierige Beweisaufnahme zu vermeiden, bei der auch das enttäuschte Opfer einvernommen werden müsste, einigten sich die Juristen auf ein vollständiges Geständnis des Angeklagten und eine Strafrahmenvereinbarung.

Der 31-Jährige wurde zu 18 Monaten Haft, ausgesetzt für drei Jahre zur Bewährung, verurteilt. „Sie sitzen mit einem Bein im Knast“, ermahnte der Richter den Angeklagten. Beim geringsten Verstoß gegen die Auflagen werde das Urteil vollstreckt.

Und während der Angeklagte erleichtert den Gerichtssaal in Duisburg verließ, vergoss sein ehemaliger Lebenspartner auf den Zuhörerplätzen noch ein paar letzte Tränen.