VP-Familienministerin Karmasin: ‚Stiefkind-Adoption war Riesenschritt‘

Zum ersten Mal hat sich die neue Familienministerin Sophie Karmasin in Zeitungsinterviews über ihr Familienbild und ihre Werte geäußert. Lesben und Schwule dürften in der von der ÖVP nominierten Ministerin zumindest in einigen Punkten eine dezentere Unterstützerin finden. Große Verbesserungen dürften von ihr aber trotzdem nicht erwartet werden.

Zunächst fällt Karmasin dadurch auf, dass sich ihr Familienbild vom klassischen Vater-Mutter-Kind-Schema der ÖVP wohltuend unterscheidet. „Für mich persönlich ist Familie überall dort, wo Menschen sich zuhause fühlen“, sagt sie der „Krone“-Journalistin Conny Bischofberger.

Sie sei „froh, dass es nun die Siefkind-Adoption gibt“, verrät sie außerdem Rainer Nowak und Oliver Pink von der „Presse“. Das sei ein „Riesenschritt“ gewesen. Ob solche Riesenschritte künftig nicht mehr vom Höchstgericht, sondern aus dem Familienministerium kommen könnten, will Karamasin allerdings nicht verraten. Denn „alles weitere muss man sich im Detail überlegen“, so die neue Familienministerin kryptisch.

Bei der Öffnung der Ehe ist Sophie Karmasin dann wieder auf Kurs der ÖVP – auch, wenn sie es charmanter formuliert als die alte Garde der Partei. Bei der Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren gehe es „Wortklauberei, um Ideologien, aber weniger um die Lebensrealitäten“, so die Ministerin in der „Krone“. Eine Ehe-Öffnung scheint auf jeden Fall nicht auf der Prioritätenliste von Karmasin zu stehen. Sie kenne „viele gleichgeschlechtliche Paare, die mit der eingetragenen Partnerschaft wunderbar zufrieden sind“.

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