‚Occupy Gerontofilija‘: Polizei geht gegen Neonazi-Anführer vor

Die russischen Behörden gehen nun mit Nachdruck gegen jene Neonazis vor, der junge Schwule zu einem Date locken und dann vor laufender Videokamera misshandeln. In Moskau hat die Polizei nun die Wohnung von Philip Razinsky durchsucht und ihn zum Verhör bestellt.

Der 16-Jährige war lange die rechte Hand von Maxim Martsinkewisch. Dieser hatte mit „Occupy Pedofilija“ die umstrittene Bewegung gegründet und wird nun mit internationalem Haftbefehl gesucht. Martsinkewisch drohen wegen der gewalttätigen Videos und Anstiftung zum Rassenhass bis zu fünf Jahre Haft. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Die Razzia gegen Razinsky könnte damit in Zusammenhang stehen.

Razinsky, der sich in sozialen Netzwerken gerne mit dem Nachnamen des Wehrmacht-Admirals Dönitz schmückt, hat es besonders auf junge Schwule abgesehen. Mit seiner Gruppe „Occupy Gerontofilija“ jagte er in diversen sozialen Netzwerken Burschen, die ein Date mit Männern suchten. Dann zwang die Gruppe ihre Opfer, ihre Eltern und Freunde über ihre Homosexualität zu informieren und filmte sie dabei. Die Videos wurden dann ins Internet gestellt.

Nun haben die Moskauer Behörden eingegriffen: Er soll wegen Volksverhetzung und menschenunwürdiger Erniedrigung bevorstehen. Der 16-jährige wurde bereits im Beisein seines Vaters vom Staatsanwalt befragt. Die Polizei durchsuchte unterdessen Razinskys Wohnung. Sein Profil im beliebten russischen sozialen Netzwerk „Kontakte“ hat er mittlerweile auf „privat“ gestellt.