Schröcksnadel: Verständnis für russische Anti-Homo-Gesetze

Er gilt als einer der mächtigsten Österreicher: ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ empfiehlt der Schi-Zampano seinen Athleten deutlich, sich nicht politisch zu äußern. Menschenrechte sind dem Boss des Schiverbandes hingegen nicht so wichtig. Für das umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ scheint er sogar Verständnis zu haben.

So sieht der 72-Jährige in dem Gesetz kein Problem. „Soweit ich weiß, ist Homosexualität in Russland nicht verboten. Es ist nur verboten, offensiv dafür zu werben“, erklärt Schröcksnadel dem „Standard“. Nachsatz: Ihm sei es „auch lieber, es wird für Familien geworben, als es wird für Homosexualität geworben“.

Zu den Olympischen Spielen in Sotschi meint Schröcksnadel, er „begrüße sehr, dass Bundeskanzler Faymann und Sportminister Klug vor Ort sein werden und den Sportlern den Rücken stärken“. Dass der deutsche Präsident Joachim Gauck und sein französischer Präsident François Hollande fernbleiben, kritisiert der ÖSV-Boss. Man dürfe „Politik nicht auf dem Rücken der Sportler austragen“. Boykottaufrufe an Politiker bezeichnet Schröcksnadel im „Standard“-Interview als „Unsinn“. Die schweren Menschenrechtsverletzungen in Russland möchte er „nicht beurteilen“. Dies sei „ein politisches Thema, damit sollen sich Politiker auseinandersetzen“.

Er würde außerdem keinem Sportler raten, sich politisch zu äußern. „Das ist nicht sein Thema“, so Schröcksnadel. Er könne nach seiner aktiven Zeit noch immer in die Politik gehen, so der ÖSV-Präsident, dem 2011 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik verliehen wurde.