Felix Neureuther kritisiert Olympia in Sotschi

Kritik an den Olympischen Spielen im russischen Sotschi kommt vom derzeit besten deutschen Schirennfahrer Felix Neureuther.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sagt er: „Wir Athleten sollen uns bei Großereignissen auf unseren Sport konzentrieren. Aber ich muss schon sagen, dass mich die Debatte um die Menschenrechte in Russland berührt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Sportler das einfach ausblenden können.“

Aufgrund der Menschenrechtssituation in Russland haben auch zahlreiche internationale Spitzenpolitiker angekündigt, der Veranstaltung fernzubleiben. Zu den wenigen westlichen Regierungschefs bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wird der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann gehören.

Kritik übt Neureuther auch an der Vergabepraxis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). „Die Herren, die da entscheiden“ müssten sich „Gedanken machen“. Beim Publikum entstehe das Gefühl, olympische Spiele würden nur noch dort stattfinden „wo am meisten bezahlt wird“ – das sei „definitiv der falsche Weg“, so Neureuther im „Spiegel“. Bei Großereignissen müsse der Sport im Vordergrund stehen, nicht der Kommerz.

Mit seinen klaren Worten ist der Deutsche innerhalb der Athleten der Winterspiele eine Ausnahme. Der patriarchische ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat seinen Athleten in einem Interview mit dem „Standard“ empfohlen, sich zu politischen Themen nicht zu äußern.