Mittwoch, 17. April 2024
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Ex-Bayern-Spieler Thomas Hitzlsperger outet sich

Möchte Diskussion über Homosexualität im Profisport voranbringen

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Zum ersten Mal bekennt sich ein deutscher Fußball-Nationalspieler zu seiner Homosexualität: In einem Interview mit der morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe der Zeit bricht der ehemalige Bayern-München-Spieler Thomas Hitzlsperger sein Schweigen. Das berichtet die Zeit in einer Vorausmeldung.

Vier Monate nach dem Ende seiner aktiven Karriere outet sich Hitzlsperger

Thomas Hitzlsperger begann seine Karriere beim FC Bayern München. Im Jahr 2000 wechselte er in die englische Premier League zu Aston Villa, war Kapitän des VfB Stuttgart und wechselte dann wieder nach England zum FC Everton. Seit 2009 schreibt er in der Zeit die Kolumne „Alles außer Fußball“ – auch über Homosexualität im Fußball.

Der 31-jährige Mittelfeldspieler, der vor vier Monaten seine aktive Karriere beendet hat, möchte damit „die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen“. Am Ende seiner Karriere habe er das Gefühl, dass „ein guter Moment“ für das öffentliche Coming Out gekommen sei. Homosexualität werde im Fußball „schlicht ignoriert“, so Hitzlsperger. „In England, Deutschland oder Italien ist Homosexualität kein ernsthaftes Thema, nicht in der Kabine jedenfalls“, so Hitzlsperger, der 52 Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte.

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„Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte“

Sein inneres Coming Out sei „ein langwieriger und schwieriger Prozess“ gewesen, sagt er der Zeit: „Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte.“ Er habe sich aber „nie geschämt, dass ich nun mal so bin“. Die Sprüche der Kollegen waren für des Fußballprofi aber trotzdem nicht immer leicht zu ertragen. „Überlegen Sie doch mal: Da sitzen zwanzig junge Männer an den Tischen und trinken. Da lässt man die Mehrheit gewähren, solange die Witze halbwegs witzig sind und das Gequatsche über Homosexuelle nicht massiv beleidigend wird“, sagt er der Zeit.

Das vollständige Interview erscheint in der morgigen Ausgabe der Zeit. Darin äußert sich Hitzlsperger auch über die Reaktionen von Bundestrainer Joachim Löw und dem Teammanager Oliver Bierhoff, nachdem er sie darüber informiert hatte, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen.

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