Hitzlspergers Coming Out für Podolski eine ‚mutige und richtige Entscheidung‘

Unterstützung und Beifall bekommt der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger für sein Coming Out. Politiker und Sportler loben den Mut des 31-Jährigen.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger meinte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Seine Entscheidung, dies in dieser Form zu tun, ist ein weiterer Schritt für die Entkrampfung des Fußballs, wo solche Themen noch immer viel zu stark tabuisiert werden, wo die Stadien noch immer viel zu sehr von Homophobie geprägt sind.“ Er wünsche sich, dass eines Tages „die sexuelle Orientierung eines Spielers Privatsache ist und diese niemanden irgendetwas angeht“ – hier könne der Spitzensport helfen, diese Normalität in der breiten Gesellschaft zu installieren, ist Zwanziger überzeugt.

Auch der aktuelle DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagt Hitzlsperger seine persönliche Unterstützung zu. „Er war zu seiner Zeit als Nationalspieler immer ein Vorbild, vor dem ich den höchsten Respekt hatte – und dieser Respekt ist jetzt noch weiter gewachsen“, so Niersbach.

„Jede erdenkliche Unterstützung“ für Hitzlsperger hat auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft versprochen. Teamchef Jogi Löw ergänzt: „Thomas hat für sich persönlich entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er sollte in einer toleranten Gesellschaft von allen respektiert werden“. Hitzlsperger hatte Löw vorab von seinem Schritt, in die Öffentlichkeit zu gehen, informiert.

Lob kam auch von früheren Mitspielern: Für Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder ist das Coming Out von Hitzlsperger „der erste Schritt gegen Homophobie im Fußball.“ Lukas Podolski bezeichnete das Coming Out auf Twitter als „mutige und richtige Entscheidung“. Und weiter: „Respekt, Thomas Hitzlsperger. Sein Outing ist ein wichtiges Signal in unserer Zeit.“ Arne Friedrich teilte ihm mit: „Ich bin stolz auf dich! Gute Entscheidung und aus meiner Sicht richtiger Zeitpunkt.“

Für Robin Dutt, Trainer von Werder Bremen, ist es ein „Unding“, dass Homosexualität im Fußball im Jahr 2014 noch immer ein Tabuthema sei. „Es zeigt aber, dass noch nicht alle Menschen im Kopf so offen sind“, so Dutt.

Ex-Außenminister Guido Westerwelle, der sich als einer der ersten deutschen Spitzenpolitiker geoutet hatte, sagte, „dieser Mut verdient größten Respekt“. Lob kam auch von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auch in der britischen Politik schlägt das Coming Out von Hitzlsperger Wellen. David Cameron, britischen Premier und Fan von Hitzlspergers Ex-Club Aston Villa twitterte: „Ich habe immer bewundert, was Thomas Hitzlsperger auf dem Feld geleistet hat – aber heute bewundere ich ihn noch mehr.“ Auch der Parteichef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, und Labour-Chef Ed Miliband beglückwünschten Hitzlsperger zu diesem Schritt.