Faymann will weiter nach Sotschi reisen – Schreuder entsetzt

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) verteidigt seine Pläne, zu den Olympischen Spielen in Sotschi zu reisen. Heftige Kritik dafür gibt es vom Grünen Bundesrat Marco Schreuder.

Faymann gestand ein, dass „in vielen Ländern der Welt“ Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit „nicht im selben Ausmaß geachtet werden wie in Österreich“. Deshalb zu Hause zu bleiben, lehnt Faymann aber ab. Schließlich gebe es auch Wirtschaftsreisen in diese Regionen – „daher gilt das erst recht für den Sport“, argumentiert der Bundeskanzler.

Seine Werthaltungen werde er als österreichischer Regierungschef im Ausland ebenso wie im eigenen Land vertreten, versicherte Faymann. Neben dem Kanzler wird auch Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) nach Sotschi reisen. ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz nimmt an den Feiern nicht teil.

Für den Grünen Marco Schreuder, Bundesrat und Sprecher der Grünen Andersrum, ist das ein „verheerendes Signal“. „Damit richtet Österreich dem russischen Präsidenten aus, dass eh alles so weiter gehen kann wie bisher, egal wie sehr Russland die Menschenrechte, insbesondere von Lesben und Schwule, missachtet. Dass die österreichische Außenpolitik nur noch Wirtschaftsinteressen vertritt, aber keine Menschenrechtsfragen mehr im Fokus hat, ist ein verheerender Zustand“, schüttelt Schreuder den Kopf.

Besonders ist der Grüne Bundesrat über die Mutlosigkeit des Kanzlers entsetzt: „Hätte er den Mut in die Offensive zu gehen, indem er etwa russische Lesben-, Schwulen- und Transgender-Organisationen trifft oder österreichische Initiativen mitnehmen würde, wäre das etwas anderes. Aber da ihm dieser Mut fehlt bleibt nur eine sofortige Absage der Sotschi-Reise zu verlangen“, so Schreuder.