Homo-Initiative sponsert australische Bob-Fahrer in Sotschi

Das australische Bob-Team wird ab sofort offiziell von einer Lesben- und Schwulenorganisation gesponsert. Wie am Montag bekanntgegeben wurde, ist „Priciple 6“ ab sofort der Sponsor aller australischen Bobfahrer. Die Organisation muss dafür nur einen symbolischen Betrag zahlen.

Die australische Organisation „Principle 6“ wurde erst vor einem Monat von den beiden US-Gruppen „Athlete Ally“ und „All Out“ gegründet und setzt sich gegen lesben- und schwulenfeindliche Gesetze in Russland ein. Alle australischen Bobfahrer werden bei Rennen das Logo der Organisation tragen, erstmals diese Woche in Lake Plaid.

„Wir sind gegen Diskriminierung im Sport. Punkt.“, so Heath Spence, Kapitän der australischen Bobmannschaft. „Das bedeutet auch, dass wir Diskriminierung von schwulen und lesbischen Sportlern verurteilen.“ Einige der „loyalsten Unterstützer“ der Mannschaft seien homosexuell. „Die haben uns unterstützt, also wäre es heuchlerisch, wenn wir nicht dasselbe tun“, erklärt der Spitzensportler. „Wir Bobfahrer sind die größten, stärksten und schnellsten Athleten bei Olympia. Und zwei oder vier von uns sind in einen Bob gequetscht. Wenn wir Lesben- und Schwulenrechte unterstützen können, warum nicht jeder andere auch? Wir sind stolz, das ‚Principle 6‘-Logo auf unseren Boby zu haben“, so Spence weiter.

Dabei werden die Bobfahrer nicht alleine sein. Auch die offen lesbische Snowboaderin Belle Brockhoff hat bereits angekündigt, während den Olympischen Spielen das Logo und Botschaften von „Principle 6“ zu tragen. Zu den weiteren Unterstützen gehören der Basketballer Jason Collins, Fußballer Robbie Rogers, Olympia-Goldmedaillengewinner Greg Louganis und Tennislegende Martina Navratilova.

Die Organisation hat ihren Namen von dem entsprechenden Abschnitt der Olympischen Charta, der „jede Form der Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Geschlecht oder aus politischen und sonstigen Gründen“ verbiete. Auf Drängen von „Principle 6“ hat das IOC mittlerweile bestätigt, dass das auch Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung miteinschließt.

Damit werden zumindest die australischen Athleten verhindern, dass die Olympischen Spiele zu einer Propagandaveranstaltung von Wladimir Putin werden. „Während Putin versucht, seine Schokoladenseite vor der Eröffnungsfeier zu zeigen, ist es sehr wichtig, dass wir auf die grauenhaften homophoben Gesetze in Russland aufmerksam machen“, erklärt Brian Ellner von „Athlete Ally“, einem der beiden Träger von „Principle 6“.

Von österreichischen Athleten sind ähnliche Statements nicht zu erwarten. Erst vor wenigen Tagen hat der mächtige ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel Sportler davor gewarnt, sich politisch zu äußern und die Anti-Homo-Gesetze in Russland begrüßt.