Tel Aviv: Monument für von den Nazis verfolgte Lesben und Schwulen

Als erste Stadt Israels hat Tel Aviv ein Denkmal für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus eingeweiht. Das Denkmal im Meir-Park besteht aus rosafarbenen Dreiecken mit Inschriften in Deutsch, Hebräisch und Englisch.

Die Form des Denkmals erinnert so an die Kennzeichnung von schwulen Männern in den Nazi-Konzentrationslagern mit rosa Winkeln. Genaue Angaben darüber, wie viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgendern den Nazis zum Opfer fielen, gibt es nicht. Schätzungen gehen von 5.000 bis 15.000 Ermordeten aus. Da Homosexualität auch nach dem 2. Weltkrieg noch illegal war, wurden sie nicht entschädigt.

Bei seiner Ansprache sagte Ron Chuldai, der Bürgermeister von Tel Aviv, neben der Judenvernichtung in Europa hätten Nazis „zahlreiche Gräuel gegen alle begangen, die ihrer Ansicht nach ‚anders‘ waren“. Das Denkmal erinnere daran, „wie wichtig es ist, jeden Menschen zu respektieren“, so Chuldai weiter.

Andreas Michaelis, der deutsche Botschafter in Israel, der bei der Einweihung des Denkmals auch anwesend war, erklärte in seiner Rede, dass Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen nicht reiche: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen“, zitiert Michaelis Goethe. Der deutsche Botschafter hob weiter hervor, dass Tel Aviv als „eine der gegenüber Homosexuellen freundlichsten Städte weltweit“ gelte.