‚Vier Lesben nach Sotschi? Das ist absurd!‘

Offenbar haben Sportfunktionäre ein größeres Problem mit Homosexualität: Nach den Aussagen von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der Putins „Anti-Homo-Propaganda“-Gesetz verteidigt hat, stänkert jetzt ein Mitglied des Italienischen Olympischen Komitees.

Mario Pescante kritisiert die Entscheidung der USA, offen homosexuelle Sportler in die Delegation nach Sotschi zu berufen. „Es ist absurd, dass ein Land vier Lesben nach Russland schickt, nur um zu zeigen, dass sie ihn ihrem Land Schwulenrechte haben“, sagte Pescante am Mittwoch bei einem Treffen des Italienischen Olympischen Komitees in Mailand. „Die Spiele sollten keine Gelegenheit oder Bühne sein, um Rechte zu bewerben, die der Sport täglich unterstützt“, wird der 75-Jährige weiter in den italienischen Medien zitiert.

Eine offizielle Bestätigung für die Aussagen von Pescante gibt es nicht. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP hat er aber am Telefon betont, nichts gegen Lesben und Schwule zu haben. „Ich wollte nur betonen, Politik nicht mit den Olympischen Spielen zu mischen“, erklärt er.

Pescante hat übrigens auch fachlich nicht recht: Die USA schicken nicht „vier Lesben“, sondern zwei: Tennis-Legende Billie Jean King und die zweifache Eishockey-Medaillengewinnern Caitlin Cahow werden an der Schlusszeremonie teilnehmen. Außerdem ist offen schwule Goldmedaillien-Gewinner Brian Boitano in der US-Delegation.