Ehe-Öffnung in Großbritannien schuld an Überflutungen

Für Aufregung sorgt derzeit David Silvester, Abgeordneter der rechtspopulistischen „UK Independence Party“ (Ukip). Er wurde suspendiert, nachdem er Überflutungen in Großbritannien als Gottes Strafe für die Öffnung der Ehe in England und Wales bezeichnete.

„Die heiligen Schriften machen es mehr als deutlich, dass eine christliche Nation, die ihren Glauben verleugnet und gegenteilig zum Evangelium handelt (und kaltblütig den Krönungseid bricht), von Naturkatastrophen heimgesucht wird, wie Stürmen, Krankheiten, der Pest und Krieg“, schreibt Silvester in einem Brief an die Zeitung „Henley Standard“.

Silvester schreibt weiters, dass er bereits im April 2012 den britischen Premierminister David Cameron vor den „Katastrophen, die mit der Verabschiedung seines Gesetzes für gleichgeschlechtliche Ehen einher gehen“ gewarnt habe. „Aber er hat weitergemacht und eine Petition von 600.000 besorgten Christen ignoriert und mehr als die Hälfte seiner eigenen Parlamentsfraktion sagt, dass er das besser nicht gemacht hätte.“ Deshalb sei es Camerons Schuld, „dass weite Teile der Nation von Stürmen und Überflutungen betroffen waren“, ist sich Silvester sicher.

Diese Argumentation war auch den Rechtspopulisten zu schräg: Ukip-Parteichef Nigel Farage hat David Silvester vorübergehend suspendiert.

Doch der lässt sich nicht beirren. In einem Interview mit der BBC betonte der suspendierte Abgeordnete: „Gott möchte, dass alle schwulen Männer Buße tun und geheilt werden. Ich glaube nicht, dass es richtig ist, sie so zu lassen, wie sie sind. Das ist nicht Gottes Plan.“

Wie die politische Karriere von Silvester in der Ukip weitergeht, ist unklar. Um für breite Massen bei der Europawahl wählbar zu werden, ist Parteichef Nigel Farage gerade dabei, sich von zu extremen Abgeordneten zu trennen: Fünf Europaabgeordnete ist er dabei schon losgeworden.