Aserbaidschan: Junger Schwulenaktivist begeht Selbstmord

Isa S., der erst 20-jährige Vorsitzende von „Free LGBT Azerbaijan“ ist tot. Er hat sich mit einer Regenbogenfahne erhängt. Zuvor hat er in sozialen Netzwerken seinen Abschied angekündigt.

Er sei nicht zu stark, um die Welt auf seinen Schultern zu tragen, schrieb Isa S. auf Facebook. Daraufhin eilte eine Freundin zum Büro von „Free LGBT Azerbaijan“ in Baku, wo sich der junge Mann aufhielt. Sie fand den Aktivisten mit einer Regenbogenfahne erhängt auf und versuchte, ihn wiederzubeleben. Doch dafür war es schon zu spät.

Aufgrund der Aufsehen erregenden Art des Selbstmordes und der allgemeinen Homophobie in Aserbeidschan gab es bald Spekulationen über die Umstände des Todes von Isa S. Ein Mitglied von „Free LGBT Azerbijan“ schrieb auf Facebook, Freunde und Familie wünschten sich eine genaue Aufklärung der Umstände des Todes.

Auf Facebook bedankte sich Isa S. vor seinem Tod noch bei seiner Mutter. Dann schrieb er: „Ihr seid alle schuld an meinem Tod.“ Er könne in diesem Land, auf dieser Erde nicht mehr leben. Isa S. war einer der wenigen Aserbeidschaner, die sich öffentlich geoutet haben. In einem Land, in dem Homosexualität erst seit 2000 legal ist und das schwul-lesbische Leben im Verborgenen geschieht, galt er den anderen Lesben und Schwulen als Vorbild.

„Free LGBT Azerbaijan“ hat gebeten, bei der Beisetzung von Isa S. seinem Wunsch gemäß bunte Kleidung zu tragen. In der türkischen Hauptstadt Ankara wird es am Sonntag eine Mahnwache für den jungen Mann geben.