Uganda weist schwulen Briten aus

Uganda greift hart gegen Homosexuelle durch: Ein schwuler Brite, der in dem afrikanischen Land gelebt hat, muss Uganda innerhalb von zwölf Stunden verlassen. Offizieller Grund: Sein Visum sei abgelaufen und er verderbe die Jugend des Landes.

Der 65-Jährige lebte seit mehreren Jahren in Uganda. Bei einem Einbruch wurde ihm sein Laptop gestohlen. Die Einbrecher spielten private Pornofotos, die auf dem Computer gespeichert waren, Pastor Male zu. Der evangelikale Priester ist als Schwulenfeind bekannt und gab sie an die homo-feindliche Zeitung „Red Pepper“ weiter. Diese veröffentlichte die Bilder, die den 65-Jährigen beim Sex mit einem anderen Mann zeigten.

Daraufhin wurde das Einbruchsopfer Ende Oktober wegen „Verbreitung obszöner Bilder“ festgenommen. Bei einem Schuldspruch hätten dem Briten bis zu zwei Jahre Haft gedroht. Der Prozess, der international stark beachtet wurde, wurde mehrmals vertagt. Doch das Gericht in Entebbe konnte den Mann nicht im Sinne der Anklage verurteilen.

Daraufhin urteilte das Gericht, der Mann müsse Uganda innerhalb von zwölf Stunden verlassen, weil sein Visum abgelaufen sei und er „Ugandas Jugend verdirbt“. Die Verteidigung versuchte vergeblich, die Frist für die Ausreise ihres Mandanten auf fünf Tage zu verlängern. Immerhin habe er sich nichts zuschulden kommen lassen – und das Visum sei nur deshalb abgelaufen, weil es der Brite nicht erneuern konnte. Seinen Pass hatte nämlich die Polizei.