Präsident von Uganda will ‚Anti-Homo-Gesetz‘ vielleicht nicht unterschreiben

Erneut ist Uganda mit seinem „Anti-Homosexualitäts-Gesetz“ in den Schlagzeilen. Präsident Yoweri Museveni hat angekündigt, das Gesetz zu unterschreiben, wenn Wissenschafter nicht beweisen können, dass Homosexualität genetische bedingt ist. Dann drohen Männern und Frauen, die wiederholt bei gleichgeschlechtlichem Sex erwischt werden, lebenslange Haftstrafen.

Museveni war am Freitag bei einer Fraktionssitzung des „National Resistance Movements“ (NRM), der regierenden Partei Ugandas. Dabei hat er sich mit seiner Position zu dem international umstrittenen Gesetz nicht nur Freunde gemacht. Er kritisierte die Abgeordneten, weil sie das Gesetz beschlossen hatten, als andere Abgeordnete nicht im Parlament waren. Weiters drohte er, das Gesetz nicht zu unterschreiben und erntete dafür Buh-Rufe von den Parteimitgliedern.

„Er hat uns gesagt, dass seine Ansichten gegen das Gesetz von einem Bericht beeinflusst wurden, den er von einigen Schwulenrechtsaktivisten bekommen hat, die er neulich getroffen hat“, erzählte ein anonym bleibender Abgeordneter der ugandischen Tageszeitung „The Observer“. „Er hat gesagt, diese Aktivisten haben ihm gezählt, dass Schwule so geboren werden, so wie Albinos.“

Nun hat Yoweri Museveni einer Gruppe Wissenschaftler aufgetragen, darüber eine Studie zu verfassen. Diese soll bei der nächsten Fraktionssitzung des NRM Mitte Februar vorgestellt werden. „Solange ich keine Bestätigung von den Wissenschaftlern habe, dass dieser Zustand nicht genetisch ist, sondern ein erworbenes Verhalten, werde ich das Gesetz nicht unterschreiben“, so Museveni zu den Abgeordneten. Wenn es um das „Rekrutieren“ von Homosexuellen oder dem Bewerben, Unterstützen oder Zurückdrängen von Homosexualität gehe, würde er aber voll hinter dem Gesetz stehen, betont die Quelle des „Observer“.