Russland: 12 Jahre Lagerhaft für Mord an Schwulem

Weil sie ihn für schwul hielten, haben drei junge Männer in Russland einen 39-Jährigen regelrecht hingerichtet. Jetzt wurden sie zu Lagerhaft zwischen neun und zwölf Jahren verurteilt.

Die Tat ereignete sich im Mai in Kamtschatka, einer Halbinsel im fernen Osten Russlands. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gingen die Männer im Alter von 18, 22 und 26 Jahren von einer „nicht-traditionellen sexuellen Orientierung“ ihres Opfers aus – so lautet in Russland die offizielle Definition von Homosexualität.

Die Täter haben ihr Opfer, den Direktor eines Regionalflughafens, in seinem eigenen Augen in eine einsame Waldgegend verschleppt, so die Anklage. Danach sticht der Älteste der Gruppe dem Mann mit einem Messer in Brust, Gesicht und Nacken. Die beiden anderen treten den wehrlosen Mann brutal zusammen. Um Spuren zu verwischen, schleppen die Drei ihr schwer verletztes Opfer in sein Auto und zünden es an.

Nun werden die Täter wegen Mord verurteilt. Ein Urteil, das in Russland Signalwirkung haben könnte. Denn seit der Verabschiedung eines Gesetzes, das „Homo-Propaganda“ in der Öffentlichkeit quasi verbietet, werden immer mehr Lesben und Schwule Opfer von Gewalt. Dass die „nicht-traditionelle sexuelle Orientierung“ eines Opfers offiziell als Motiv für ein Gewaltverbrechen vorkommt, ist allerdings in Russland selten.