Neuer österreichischer Fahnenträger: Ein heterosexueller Mann

Erneut hat das ÖOC eine Chance verpasst, sich für Menschenrechte in Russland einzusetzen: Wie jetzt durchsickerte, wird nicht die offen lesbische Schispringerin Daniela Iraschko-Stolz bei der Eröffnungsfeier in Sotschi die österreichische Fahne tragen, sondern der Kombinieret Mario Stecher. Er war auch der Favorit von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der in einem Interview die Gesetze gegen „Homo-Propaganda“ in Russland verteidigt hat.

„Ich kann mir Mario gut als Fahnenträger vorstellen“, so Schröcksnadel. In seiner Aufgabe als ÖOC-Vizepräsident werde er den Steirer empfehlen. Für Stecher spricht, dass er zum sechsten Mal bei Olympischen Winterspielen dabei ist und damit der längst dienende Athlet.

Im Internet wünschten sich viele Sportfans hingegen Daniela Iraschko-Stolz. Die sympathische Schispringerin hat bei einer Online-Umfrage der „Kleinen Zeitung“ 26 Prozent der Stimmen bekommen, Stecher war mit 21 Prozent dahinter.

Trotzdem scheint der Druck, den es in den letzten Wochen auf das ÖOC gab, angekommen zu sein. Vor der Abreise nach Sotschi kündigte ÖOC-Präsident Karl Stoß an, ein Zeichen setzen zu wollen. Welcher Art dies sein wird, wollte er aber nicht sagen.