Wollen VP-Jank und FP-Strache die Regenbogenparade am Ring verbieten?

Seit Jahren führt die Regenbogenparade über die Wiener Ringstraße. Doch damit könnte Schluss sein, wenn es nach Brigitte Jank, Chefin der Wiener Wirtschaftskammer, und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht. Sie fordern ein Demonstrationsverbot in der Wiener Innenstadt. Unterstützt werden sie dabei von der „Kronen Zeitung“.

Die gewalttätigen Ausschreitungen nach dem FPÖ-Akademikerball waren für Jank der Grund, ein Verbot von Demonstrationen in der Innenstadt zu fordern. Auch Ursula Stenzel, umtriebige ÖVP-Bezirksvorsteherin für den ersten Bezirk, unterstützt diese Forderungen.

Weitere Unterstützung bekommt Jank dabei von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Auch er kann sich ein generelles Demonstrationsverbot für die Wiener Innenstadt vorstellen, sagte er der „Kronen Zeitung“.

„Schweigende Mehrheit“ will keine Innenstadt-Demos

Diese kann sich mit der Idee ebenfalls anfreunden. Wer nicht demonstriere, gehöre einer „schweigenden Mehrheit“ an, die „jede Woche verärgert wird, weil Demos (…) etwa in Wien andere Bürger zum Beispiel daran hindern, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen“, schreibt „Krone“-Journalist Peter Gnam Anfang der Woche in seinem Kommentar.

Dies würde die Regenbogenparade gleich doppelt betreffen. Diese ist nämlich wegen ihrer politischen Botschaft als Demonstration angemeldet. Und da sie – wenn auch an einem Samstag – die ganze Ringstraße in Beschlag nimmt, hindert sie – so die Logik der „Kronen Zeitung“ – die braven Wiener daran, ungehindert mit dem Auto zur Arbeit zu kommen.

Kronen Zeitung: Sponsor des Life Ball

Für das Boulevardblatt könnte die Forderung nach einer demofreien Innenstadt aber auch zum Bumerang werden. Denn gesperrt wird die Ringstraße auch für die Modenschau beim Life Ball – und dieser wird von der „Kronen Zeitung“ gesponsert.