[Video] Homo-Proteste in Russland: 14 Verhaftungen, für IOC okay

Die Olympischen Spiele in Sotschi haben so begonnen, wie es Lesben und Schwule auf der ganzen Welt befürchtet haben: Mit Festnahmen von mehr als einem Dutzend Aktivisten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) legt gegen diese Festnahmen keinen Protest ein.

Olympische Charta gilt nicht in St. Petersburg?

In St. Petersburg wurden am Freitag vier Schwulenrechtsaktivisten, darunter eine schwangere Frau, festgenommen, weil sie die Olympische Charta zitierten – die auch homosexuelle Athleten vor Diskriminierung schützt. Wie die US-Lesben und Schwulenorganisation „All Out“ berichtet, war unter den Festgenommenen auch die Aktivistin Anastasia Smirnowa. Ihr Vergeben: Sie haben Fotos mit einem Banner gemacht, der sich auf Prinzip 6 der Olympischen Charta bezieht: „Diskriminierung ist mit der Olympischen Bewegung nicht vereinbar“.

Gleichzeitig endete eine Aktion in Moskau mit neunzehn Festnahmen. Das Vergehen: Die Aktivisten sangen am Roten Platz die russische Hymne und schwenkten dazu Regenbogenfahnen. Die Polizei hat diesen Protest rasch unterbunden. Zwei schwedische Staatsbürger, die Teil dieser Gruppe waren, wurden rasch wieder freigelassen. Der Rest wurde mehrere Stunden festgehalten, einige von ihnen sollen auch getreten, gewürgt und bedroht worden sein.

Auch in St. Petersburg wurden die Festgenommenen bereits wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt, wie Smirnowa auf Facebook postet. Sie wurden wegen der Teilnahme an einer illegalen öffentlichen Versammlung angezeigt. „Jeder hat das Gefühl, das Richtige getan zu haben und fühlt sin stark, und die Unterstützung, die wir haben, ist wirklich herzerwärmend“, schreibt die Aktivistin in ihrem Profil.

Verhaftungen für IOC in Ordnung

Unterstützung, die sie vom IOC, dessen Charta sie zitierte, aber nicht bekommt. Dort stellt man sich hinter den russischen Staat. „So wie in vielen anderen Ländern der Welt braucht man in Russland eine Genehmigung, bevor man protestiert. Unserer Erkenntnis nach war dies der Grund, warum sie vorübergehend festgenommen wurden“, so IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau zur Internetplattform „Buzzfeed“.